Die Taumelbewegung in 3D
Ziehen = drehen · Scrollrad / zwei Finger = zoomen
Mit Taumelbewegung: Die Krone steht leicht schräg – nur die tiefste Stelle des Rings berührt die Keramik, die orange Glut sitzt genau an dieser Kontaktstelle. Die Schräglage wandert im Kreis, der Rest des Rings läuft frei und kühlt an der Luft.
Starr aufgesetzt: Der ganze Ring reibt gleichzeitig auf der Keramik – rundum Reibungshitze, nirgends eine Pause zum Abkühlen an der Luft.
Massstabsgetreu: gleiche Maschine, Keramikplatte ca. 10 mm – die 6-mm-Krone ist wirklich zehnmal kleiner als die 60-mm-Krone.
Kurz gesagt für Plattenleger auf der Baustelle: Kleine Diamantbohrkronen (Fliesenbohrer) bis 35 mm laufen mit bis zu 11'000 U/min am Standard-Winkelschleifer. Grosse Kronen ab 40 mm brauchst du mit 6'000 bis 8'000 U/min an einer drehzahlregelbaren Maschine. Setz die Krone im 30 Grad-Winkel an, richte sie erst nach dem Anfräsen auf 90 Grad auf und bleib dabei bis zum fertigen Loch durchgehend in der Taumelbewegung, und entfern nach jedem Loch den Bohrkern. Nutz unten den Rechner für dein Material und deinen Durchmesser.
Drehzahl-Rechner
Wähle Material und Durchmesser oben – die Empfehlung erscheint hier.
Die vier Schritte auf der Baustelle
Setz die Krone niemals flach im 90 Grad-Winkel an – sie rutscht sonst ab. Starte den Winkelschleifer in der Luft, setz die laufende Krone schräg im 30 Grad-Winkel an und warte kurz, bis sich eine Mondsichel in die Oberfläche gefräst hat.
Sobald die Krone greift, richtest du den Winkelschleifer langsam auf 90 Grad auf – und bleibst auch danach durchgehend in der leichten, kreisenden Taumelbewegung, bis das Loch fertig gebohrt ist. Der Bohrspalt wird dadurch etwas grösser, der Staub kann entweichen und die Krone kühlt sich an der Luft ab. Bohrst du stattdessen starr im 90-Grad-Winkel ohne Taumelbewegung, kann die Metallbindung der Segmente durch die Hitze "verglasen" – die Krone verliert dann vorzeitig ihre Schärfe.
Trockenschnitt: Heb die Maschine bei tiefen Löchern zwischendurch an und lass die Krone rund 10 Sekunden in der Luft weiterdrehen – die Luftzirkulation kühlt die Diamanten ab. Nassschnitt: Wenn nass, dann durchgehend nass – läuft die Krone zwischenzeitlich trocken, zerstört das die Segmente sofort. Und in beiden Fällen: Tauch eine heissgebohrte Krone niemals in Wasser – der Thermoschock lässt das Metall schlagartig schrumpfen, das gibt Mikrorisse und die Segmente platzen ab.
Entfern den ausgebohrten Kern nach jedem Loch. Ein festsitzender Kern blockiert die Kühlung im Bohrspalt und führt zu sofortiger Überhitzung – im schlimmsten Fall zum Totalschaden der Krone.
Welche Drehzahl für Diamantbohrer und Fliesenbohrer?
Lass die Diamanten arbeiten. Zusätzlicher Anpressdruck bringt dich nicht schneller durchs Material, er verbrennt nur die Segmente.
Absolute Obergrenze: 11.000 U/min – bei jedem Durchmesser, ohne Ausnahme. Ein normaler Winkelschleifer dreht im Leerlauf mit rund 10'000 bis 11'500 U/min – 11'000 U/min als Obergrenze liegt also nah am Leerlauf jeder Standardmaschine.
Am Rand einer grossen Krone entsteht deutlich mehr Fliehkraft als bei einer kleinen. Physikalisch massgebend ist dabei nicht die Drehzahl allein, sondern die Schnittgeschwindigkeit am Rand der Krone (Umfang mal Drehzahl) – deshalb muss eine grosse Krone spürbar langsamer laufen als eine kleine, um nicht zu überhitzen. Arbeite bei grossen Durchmessern zwingend mit reduzierter Drehzahl und halte die Maschine mit beiden Händen fest, um bei einem Verkanten den Rückschlag abzufangen.
Materialspezifische Hinweise
Die Drehzahl richtet sich in erster Linie nach dem Durchmesser (Rechner oben) – ob du dabei von Fliesenbohrer, Keramikbohrer oder Diamantbohrkrone sprichst, ist dasselbe Werkzeug. Je nach Material kommen diese Zusatzpunkte dazu:
Feinsteinzeug / glasiertes Steingut
Anpressdruck: Kaum bis keinen Anpressdruck geben – die Glasur kann bei zu viel Druck an der Bohrlochkante abplatzen.
Nass oder trocken: Trocken- und Nassschnitt funktionieren beide. Auf der Baustelle meist Trockenschnitt mit Zwischenkühlung an der Luft.
- Kaum bis keinen Anpressdruck geben – die Glasur kann bei zu viel Druck an der Bohrlochkante abplatzen.
- Feinsteinzeug ist sehr hart und dicht: Die Segmente erhitzen sich schneller als bei normaler Keramik, zwischendurch an der Luft kühlen nicht vergessen.
Naturstein hart (Granit, Quarzit)
Anpressdruck: Wenig Anpressdruck, Drehzahl eher im unteren Bereich der angegebenen Spanne halten.
Nass oder trocken: Nassschnitt mit Wasserzufuhr verlängert die Standzeit bei Hartgestein deutlich, wenn die Maschine das zulässt. Trockenschnitt funktioniert auch, dafür konsequent an der Luft zwischenkühlen.
- Hartgestein ist sehr abrasiv – die Segmente erhitzen sich schneller als bei anderen Materialien.
- Bei grossem Durchmesser in Hartgestein zusätzlich die Drehzahl eher am unteren Rand der Spanne fahren und wenn möglich mit Wasserzufuhr arbeiten.
- Taumelbewegung besonders konsequent durchziehen, damit der Bohrspalt genug Luft für die Kühlung bekommt.
Naturstein weich (Marmor, Kalkstein, Travertin)
Anpressdruck: Wenig Anpressdruck, Drehzahl moderat halten.
Nass oder trocken: Beides möglich. Bei empfindlichen, hellen Oberflächen wie Marmor hilft Nassschnitt gegen Verfärbungen.
- Drehzahl eher im unteren Bereich der Spanne halten.
- Bei zu hoher Drehzahl verfärben sich die Schnittkanten dunkel – ein thermisches "Verbrennen" des Gesteins, kein Fehler der Krone.
Häufige Fragen
Wie bohre ich ein Loch in Feinsteinzeug oder Keramik, ohne dass es splittert?
Setz die Krone nie senkrecht an, sondern schräg im 30 Grad-Winkel, bis sich eine kleine Mondsichel eingefräst hat. Richte sie danach langsam auf 90 Grad auf und bleib bis zum fertigen Loch durchgehend in einer leichten, kreisenden (taumelnden) Bewegung. Arbeite ohne Anpressdruck – die Diamanten sollen schneiden, nicht du drücken -, sonst kann die Glasur an der Bohrlochkante abplatzen oder ausbrechen.
Welche Drehzahl brauche ich für einen Fliesenbohrer bzw. eine Diamantbohrkrone?
Das hängt vom Durchmesser ab: Kleine Kronen bis 35 mm laufen mit einem Standard-Winkelschleifer bis maximal 11'000 U/min. Grosse Kronen ab 40 mm brauchst du mit reduzierter Drehzahl von 6'000 bis 8'000 U/min und einer drehzahlregelbaren Maschine. 11'000 U/min ist bei jedem Durchmesser die absolute Obergrenze.
GoldCut oder SilverCut – welche Bohrkrone brauche ich?
Für Feinsteinzeug und glasierte Keramik empfehlen wir SilverCut – auch bei grossen Durchmessern ab 40 mm funktioniert SilverCut dort ebenso gut. Für hartes Naturgestein wie Granit oder Quarzit ist GoldCut durchgehend die richtige Wahl. Bei weichem Naturstein wie Marmor, Kalkstein oder Travertin reicht SilverCut.
Warum darf ich beim Bohren keinen Druck geben?
Die Diamantsegmente arbeiten sich selbst durch das Material. Zusätzlicher Anpressdruck erzeugt vor allem Reibungshitze, die die Segmente verbrennt, statt den Bohrfortschritt zu beschleunigen.
Warum darf ich eine heissgebohrte Krone nicht in Wasser abschrecken?
Der plötzliche Temperaturunterschied lässt das Metall der Krone schlagartig schrumpfen. Dieser Thermoschock erzeugt Mikrorisse, an denen die Diamantsegmente abplatzen können.
Muss ich beim Bohren mit Wasser kühlen?
Nein, unsere Bohrkronen funktionieren für Trocken- und Nassschnitt. Bei Nassschnitt gilt: durchgehend nass, nie zwischendurch trocken laufen lassen. Bei Trockenschnitt hilft es, die Krone bei tiefen Löchern zwischendurch kurz in der Luft weiterlaufen zu lassen, damit sie abkühlt.
Warum muss ich den Bohrkern nach jedem Loch entfernen?
Ein steckenbleibender Kern blockiert die Kühlung im Bohrspalt. Die Krone überhitzt dadurch sehr schnell, im schlimmsten Fall bis zum Totalschaden.
Wie setze ich eine Diamantbohrkrone richtig an?
Starte den Winkelschleifer in der Luft und setz die laufende Krone schräg im 30 Grad-Winkel an, bis sich eine kleine Mondsichel eingefräst hat. Erst danach richtest du die Maschine langsam auf 90 Grad auf und bohrst durchgehend mit einer leichten Taumelbewegung weiter, bis das Loch fertig ist – nie starr stehen bleiben.
Das passende Werkzeug
Für Feinsteinzeug, glasierte Keramik und weichen Naturstein wie Marmor oder Kalkstein ist SilverCut unsere Standardempfehlung für den Baustellenalltag. Physisch bei uns in Nidwalden am Lager.
Für Hartgestein und den harten Alltag auf der Baustelle: Die vakuum-hartgelöteten GoldCut-Diamantbohrkronen bieten Profi-Qualität für Dauereinsatz in hartem Feinsteinzeug und Granit. Physisch bei uns in Nidwalden am Lager.
Trockenschnitt erzeugt Feinstaub. Quarzhaltiger Feinstaub gilt in der Schweiz als krebserzeugend, der SUVA-Grenzwert (MAK-Wert 2026) liegt bei 0.15 mg/m³. Ein zertifizierter M-Klasse-Sauger von FLEX direkt an der Maschine reduziert die Belastung deutlich. Sofort ab dem Zentrallager unseres regionalen Partner-Lieferanten in der Zentralschweiz verfügbar.