Die Taumelbewegung in 3D
Ziehen = drehen · Scrollrad / zwei Finger = zoomen
Mit Taumelbewegung: Die Krone steht leicht schräg – nur die tiefste Stelle des Rings berührt die Keramik, die orange Glut sitzt genau an dieser Kontaktstelle. Die Schräglage wandert im Kreis, der Rest des Rings läuft frei und kühlt an der Luft.
Starr aufgesetzt: Der ganze Ring reibt gleichzeitig auf der Keramik – rundum Reibungshitze, nirgends eine Pause zum Abkühlen an der Luft.
Massstabsgetreu: gleiche Maschine, Keramikplatte ca. 10 mm – die 6-mm-Krone ist wirklich zehnmal kleiner als die 60-mm-Krone.
Kurz gesagt für Plattenleger auf der Baustelle: Löcher in Feinsteinzeug und Keramik bohrst du mit einem Diamantbohrer oder einer Diamantbohrkrone, fast ohne Anpressdruck und in einer leichten Taumelbewegung. Kleine Diamantbohrkronen und Plattenbohrer bis 35 mm laufen mit bis zu 11'000 U/min am Standard-Winkelschleifer. Ab 40 mm empfehlen wir, gedrosselt mit 6'000 bis 8'000 U/min an einer drehzahlregelbaren Maschine zu bohren. Setz die Krone im 30 Grad-Winkel an, richte sie erst nach dem Anfräsen auf 90 Grad auf, bleib bis zum fertigen Loch in der Taumelbewegung und entfern nach jedem Loch den Bohrkern. Nutz unten den Rechner für dein Material und deinen Durchmesser.
Loch in Feinsteinzeug bohren: zwei Beispiele im Video
Beide Videos zeigen den Trockenschnitt am Winkelschleifer in einer losen Feinsteinzeugplatte, ohne Wasser.
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Welcher Bohrer für welches Loch in Fliesen?
Der Lochdurchmesser bestimmt Werkzeug und Maschine. Die gängigen Masse auf der Baustelle:
| Wofür | Durchmesser | Werkzeug und Maschine |
|---|---|---|
| Dübel und Befestigung: Duschwand, Handtuchhalter, Spiegel | 5 bis 15 mm | Diamantbohrer M14 mit Kühlwachs im Kern am Winkelschleifer. Von 6 bis 14 mm auch als HEX-Bohrer für den Akkuschrauber. |
| Wasseranschluss und Armaturen | 35 mm | Diamantbohrkrone M14 am Winkelschleifer |
| Siphon | 60 mm | Diamantbohrkrone M14, gedrosselt empfohlen (6'000 bis 8'000 U/min) |
| Hohlwanddose (68-mm-Loch) | 65 mm | SilverCut-Diamantbohrkrone M14, gedrosselt empfohlen (6'000 bis 8'000 U/min). Durch das Taumeln wird das Loch rund 3 mm grösser. |
| Abfluss und Lüftung | 100 bis 130 mm | Diamantbohrkrone M14, gedrosselt empfohlen an einer drehzahlregelbaren Maschine (GoldCut bis 120 mm, SilverCut bis 130 mm) |
In bereits verlegte Wandplatten bohren
Für ein Dübelloch an der fertigen Wand spannst du einen Fliesenbohrer HEX für den Akkuschrauber von 6 bis 14 mm direkt ins Bohrfutter – punktgenau ansetzen, ganz ohne Winkelschleifer. Bohr mit 1'500 bis 2'500 U/min und nie mit Schlag. Mit dem Bohrkronen-Adapter M14 auf HEX passt auch jede M14-Krone ins Bohrfutter. Weil der Akkuschrauber viel langsamer dreht als der Winkelschleifer, kommst du damit langsamer voran – für viele oder grosse Löcher bleibt der Winkelschleifer die bessere Wahl.
Loch in eine lose Platte bohren
Liegt die Platte noch lose, bohrst du mit der M14-Krone am Winkelschleifer, so wie in den beiden Videos oben. Wie du ansetzt und taumelst, zeigt die 3D-Ansicht zuoberst auf dieser Seite.
Drehzahl-Rechner
Wähle Material und Durchmesser oben – die Empfehlung erscheint hier.
Die vier Schritte auf der Baustelle
Setz die Krone niemals flach im 90 Grad-Winkel an – sie rutscht sonst ab. Starte den Winkelschleifer in der Luft, setz die laufende Krone schräg im 30 Grad-Winkel an und warte kurz, bis sich eine Mondsichel in die Oberfläche gefräst hat.
Sobald die Krone greift, richtest du den Winkelschleifer langsam auf 90 Grad auf – und bleibst auch danach durchgehend in der leichten, kreisenden Taumelbewegung, bis das Loch fertig gebohrt ist. Der Bohrspalt wird dadurch etwas grösser, der Staub kann entweichen und die Krone kühlt sich an der Luft ab. Bohrst du stattdessen starr im 90-Grad-Winkel ohne Taumelbewegung, kann die Metallbindung der Segmente durch die Hitze "verglasen" – die Krone verliert dann vorzeitig ihre Schärfe.
Trockenschnitt: Heb die Maschine bei tiefen Löchern zwischendurch an und lass die Krone rund 10 Sekunden in der Luft weiterdrehen – die Luftzirkulation kühlt die Diamanten ab. Nassschnitt: Wenn nass, dann durchgehend nass – läuft die Krone zwischenzeitlich trocken, zerstört das die Segmente sofort. Und in beiden Fällen: Tauch eine heissgebohrte Krone niemals in Wasser – der Thermoschock lässt das Metall schlagartig schrumpfen, das gibt Mikrorisse und die Segmente platzen ab.
Entfern den ausgebohrten Kern nach jedem Loch. Ein festsitzender Kern blockiert die Kühlung im Bohrspalt und führt zu sofortiger Überhitzung – im schlimmsten Fall zum Totalschaden der Krone.
Welche Drehzahl für Diamantbohrer und Fliesenbohrer?
Lass die Diamanten arbeiten. Zusätzlicher Anpressdruck bringt dich nicht schneller durchs Material, er verbrennt nur die Segmente.
Absolute Obergrenze: 11'000 U/min – bei jedem Durchmesser, ohne Ausnahme. Ein normaler Winkelschleifer dreht im Leerlauf mit rund 10'000 bis 11'500 U/min – 11'000 U/min als Obergrenze liegt also nah am Leerlauf jeder Standardmaschine.
Am Rand einer grossen Krone entsteht deutlich mehr Fliehkraft als bei einer kleinen. Physikalisch massgebend ist dabei nicht die Drehzahl allein, sondern die Schnittgeschwindigkeit am Rand der Krone (Umfang mal Drehzahl) – deshalb läuft eine grosse Krone besser spürbar langsamer als eine kleine, damit sie nicht überhitzt. Ab 40 mm empfehlen wir eine gedrosselte Drehzahl. Halte die Maschine bei grossen Durchmessern mit beiden Händen fest, um bei einem Verkanten den Rückschlag abzufangen.
Materialspezifische Hinweise
Die Drehzahl richtet sich in erster Linie nach dem Durchmesser (Rechner oben) – ob du dabei von Plattenbohrer, Keramikbohrer oder Diamantbohrkrone sprichst, ist dasselbe Werkzeug. Je nach Material kommen diese Zusatzpunkte dazu:
Feinsteinzeug / glasiertes Steingut
Anpressdruck: Kaum bis keinen Anpressdruck geben – die Glasur kann bei zu viel Druck an der Bohrlochkante abplatzen.
Nass oder trocken: Trocken- und Nassschnitt funktionieren beide. Auf der Baustelle meist Trockenschnitt mit Zwischenkühlung an der Luft.
- Kaum bis keinen Anpressdruck geben – die Glasur kann bei zu viel Druck an der Bohrlochkante abplatzen.
- Feinsteinzeug ist sehr hart und dicht: Die Segmente erhitzen sich schneller als bei normaler Keramik, zwischendurch an der Luft kühlen nicht vergessen.
Naturstein hart (Granit, Quarzit)
Anpressdruck: Wenig Anpressdruck, Drehzahl eher im unteren Bereich der angegebenen Spanne halten.
Nass oder trocken: Nassschnitt mit Wasserzufuhr verlängert die Standzeit bei Hartgestein deutlich, wenn die Maschine das zulässt. Trockenschnitt funktioniert auch, dafür konsequent an der Luft zwischenkühlen.
- Hartgestein ist sehr abrasiv – die Segmente erhitzen sich schneller als bei anderen Materialien.
- Bei grossem Durchmesser in Hartgestein zusätzlich die Drehzahl eher am unteren Rand der Spanne fahren und wenn möglich mit Wasserzufuhr arbeiten.
- Taumelbewegung besonders konsequent durchziehen, damit der Bohrspalt genug Luft für die Kühlung bekommt.
Naturstein weich (Marmor, Kalkstein, Travertin)
Anpressdruck: Wenig Anpressdruck, Drehzahl moderat halten.
Nass oder trocken: Beides möglich. Bei empfindlichen, hellen Oberflächen wie Marmor hilft Nassschnitt gegen Verfärbungen.
- Drehzahl eher im unteren Bereich der Spanne halten.
- Bei zu hoher Drehzahl verfärben sich die Schnittkanten dunkel – ein thermisches "Verbrennen" des Gesteins, kein Fehler der Krone.
Häufige Fragen
Wie bohre ich ein Loch in Feinsteinzeug oder Keramik, ohne dass es splittert?
Setz die Krone nie senkrecht an, sondern schräg im 30 Grad-Winkel, bis sich eine kleine Mondsichel eingefräst hat. Richte sie danach langsam auf 90 Grad auf und bleib bis zum fertigen Loch durchgehend in einer leichten, kreisenden (taumelnden) Bewegung. Arbeite ohne Anpressdruck – die Diamanten sollen schneiden, nicht du drücken -, sonst kann die Glasur an der Bohrlochkante abplatzen oder ausbrechen.
Was ist die Taumelbewegung beim Bohren?
Die Taumelbewegung ist eine leichte, kreisende Schräglage der Diamantbohrkrone am Winkelschleifer, die du nach dem Aufrichten bis zum fertigen Loch beibehältst. Dabei berührt immer nur ein Teil des Rings die Platte: Der Bohrspalt wird etwas grösser, der Staub kann entweichen und die Krone kühlt an der Luft ab. Im Trockenschnitt wird das Loch dadurch rund 3 mm grösser als die Krone.
Welchen Bohrer brauche ich für welches Loch?
Das entscheidet der Durchmesser: Für Dübel und Befestigung nimmst du einen Diamantbohrer von 5 bis 15 mm, für den Wasseranschluss und die Armatur die 35-mm-Krone, für den Siphon-Ablauf 60 mm und für Abfluss- und Lüftungsrohre 100 bis 130 mm. Für die 68-mm-Hohlwanddose nimmst du im Trockenschnitt die 65-mm-Krone, weil das Taumeln das Loch um rund 3 mm aufweitet. Das 65-mm-Mass führt die SilverCut-Serie.
Welche Drehzahl brauche ich für einen Plattenbohrer bzw. eine Diamantbohrkrone?
Das hängt vom Durchmesser ab: Kleine Kronen bis 35 mm laufen mit einem Standard-Winkelschleifer bis maximal 11'000 U/min. Ab 40 mm empfehlen wir, gedrosselt mit 6'000 bis 8'000 U/min an einer drehzahlregelbaren Maschine zu bohren. 11'000 U/min ist bei jedem Durchmesser die absolute Obergrenze.
Kann ich mit dem Akkuschrauber in Feinsteinzeug bohren, mit oder ohne Schlag?
Ja, aber immer ohne Schlag. Am Akkuschrauber bohrst du mit einem HEX-Diamantbohrer von 6 bis 14 mm bei 1'500 bis 2'500 U/min. Mit dem Adapter M14 auf HEX passt auch jede M14-Krone ins Bohrfutter. Weil der Akkuschrauber viel langsamer dreht als der Winkelschleifer, kommst du langsamer voran – für viele oder grosse Löcher bleibt der Winkelschleifer die bessere Wahl.
GoldCut oder SilverCut – welche Bohrkrone brauche ich?
Für Feinsteinzeug und glasierte Keramik empfehlen wir SilverCut – auch bei grossen Durchmessern ab 40 mm funktioniert SilverCut dort ebenso gut. Für hartes Naturgestein wie Granit oder Quarzit ist GoldCut durchgehend die richtige Wahl. Bei weichem Naturstein wie Marmor, Kalkstein oder Travertin reicht SilverCut.
Warum darf ich beim Bohren keinen Druck geben?
Die Diamantsegmente arbeiten sich selbst durch das Material. Zusätzlicher Anpressdruck erzeugt vor allem Reibungshitze, die die Segmente verbrennt, statt den Bohrfortschritt zu beschleunigen.
Warum darf ich eine heissgebohrte Krone nicht in Wasser abschrecken?
Der plötzliche Temperaturunterschied lässt das Metall der Krone schlagartig schrumpfen. Dieser Thermoschock erzeugt Mikrorisse, an denen die Diamantsegmente abplatzen können.
Muss ich beim Bohren mit Wasser kühlen?
Nein, unsere Bohrkronen funktionieren für Trocken- und Nassschnitt. Bei Nassschnitt gilt: durchgehend nass, nie zwischendurch trocken laufen lassen. Bei Trockenschnitt hilft es, die Krone bei tiefen Löchern zwischendurch kurz in der Luft weiterlaufen zu lassen, damit sie abkühlt.
Warum muss ich den Bohrkern nach jedem Loch entfernen?
Ein steckenbleibender Kern blockiert die Kühlung im Bohrspalt. Die Krone überhitzt dadurch sehr schnell, im schlimmsten Fall bis zum Totalschaden.
Wie setze ich eine Diamantbohrkrone richtig an?
Starte den Winkelschleifer in der Luft und setz die laufende Krone schräg im 30 Grad-Winkel an, bis sich eine kleine Mondsichel eingefräst hat. Erst danach richtest du die Maschine langsam auf 90 Grad auf und bohrst durchgehend mit einer leichten Taumelbewegung weiter, bis das Loch fertig ist – nie starr stehen bleiben.
Das passende Werkzeug
Für Feinsteinzeug, glasierte Keramik und weichen Naturstein wie Marmor oder Kalkstein ist SilverCut unsere Standardempfehlung für den Baustellenalltag. Physisch bei uns in Nidwalden am Lager.
Für Hartgestein und den harten Alltag auf der Baustelle: Die vakuum-hartgelöteten GoldCut-Diamantbohrkronen bieten Profi-Qualität für Dauereinsatz in hartem Feinsteinzeug und Granit. Physisch bei uns in Nidwalden am Lager.
Trockenschnitt erzeugt Feinstaub. Quarzhaltiger Feinstaub gilt in der Schweiz als krebserzeugend, der SUVA-Grenzwert (MAK-Wert 2026) liegt bei 0.15 mg/m³. Ein zertifizierter M-Klasse-Sauger von FLEX direkt an der Maschine reduziert die Belastung deutlich. Sofort ab dem Zentrallager unseres regionalen Partner-Lieferanten in der Zentralschweiz verfügbar.